Dormant Accounts-Der direkte Weg ins Gefängnis

Wie ich erwartet hatte hat der Artikel über Dormant Accounts im Newsletter 10 heftige Reaktionen hervorgerufen. Es könne doch nicht sein, dass die Abgabe von Dormant Accounts eine Straftat sei und man hier ggfs. sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsse. Fast alle Agenturen würden sagen das sei ja gar nicht wahr und man solle sich da nicht ins Bockshorn jagen lassen. – Wenn Sie kein Newsletterabonnent sind, dann warten Sie bis zum 7.1. um zu lesen warum Sie die Abgabe von Dormant Accounts mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland ins Gefängnis bringen kann oder registrieren sich für das kostenfreie Abo und können den Artikel dann sofort im Member-Bereich lesen -

Wenn Sie das glauben wollen was “Die Anderen” sagen, gerne. Aber im Falle eines Falles werden nicht die Agenturen bzw. deren Inhaber verurteilt, die Ihnen hier einen solchen Bockmist erzählen, sondern Sie. Damit Sie im Falle eines Falles wenigstens belegen können, dass Sie sich rechtlich kundig gemacht haben, lassen Sie sich solche Auskünfte von den Agenturen unbedingt schriftlich bestätigen und dann noch einmal von einem im UK-Recht bewanderten Anwalt gegenbestätigen. Denn Ihre rechtliche Pflicht ist nur sich kundig zu machen. Bestätigen Ihnen zwei verschiedene Quellen, eine davon ein zugelassener Anwalt, schriftlich den gleichen rechtlich unhaltbaren Unsinn, dann müssen Sie nicht klüger sein als die. Ohne Strafe werden Sie zwar auch dann nicht davonkommen, aber es wird dann eben nur ein Bußgeld sein und kein Aufenthalt auf Staatskosten. Der ein oder andere Richter wird Sie ggfs. sogar frei sprechen.

Dabei reicht ein einfacher Blick auf den Warnbildschirm des Companies Houses, der zwingend erscheint bevor Dormant Accounts eingereicht werden können, um klar zu sehen, dass die Abgabe von Dormant Accounts nur dann funktioniert und zulässig ist, wenn Sie zum einen weltweit nicht einen Penny umgesetzt haben, die Limited keinerlei Kosten hatte und sie auch seit Bestehen nie aktiv war. Da Sie aber Ihrer Agentur in der Regel eine Jahresgebühr bezahlen für das Registered Office, ggfs. auch Secretary etc., scheiden Dormant Accounts schon aus. Denn die Limited hatte damit Kosten. Was sie – zwingend – nicht darf um berechtigt zu sein Dormant Accounts abzugeben.

Schauen Sie sich dazu einfach den Warnbildschirm selber an. Einen Screenshot sehen Sie, wenn Sie auf das Vorschaubild clicken (öffnet im Pop Up).

Dabei drohen Ihnen weniger Gefahren von der englischen Seite. Die deutsche Staatsanwaltschaft sieht hier Urkundenfälschung, Bilanzfälschung, etc.pp als gegebene Straftatbestände und da die Limited in diesen Kreisen wenig gelitten und als Werkzeug von Kriminellen und Steuerhinterziehern gesehen wird, können Sie hier auch mit wenig Milde rechnen.

Unser Rat beauftragen Sie Ihre Agentur immer mindestens Abbreviated Accounts einzureichen. In der Praxis wird das “Nullerklärung” genannt. Weil dort für UK überall eine Null steht. Allerdings ist trotzdem der mindestens 7-19 seitige Directors Report mit Computations auszufüllen. Verglichen mit dem was deutsche Steuerberater Ihnen berechnen ist die Bilanzerstellung in UK immer noch erheblich günstiger und für eine Preisdifferenz von 250 bis 300 Euro zwischen Dormant Accounts und den “richtigen” Abbreviated Accounts würde – zumindestens ich – meine Freiheit nicht aufs Spiel setzen bzw. als vorbestraft gelten wollen.